Abbauverhalten und Nachweis

Der psychoaktive Hauptwirkstoff von Cannabis [tooltip tip=“Delta-9-Tetrahydrocannabinol“]THC[/tooltip] wird in der Regel inhalativ (Vaporisieren, Rauchen) oder oral (z.B. als Gebäck) eingenommen. Der Anteil des THC, der dabei unverändert in den Blutkreislauf gelangt, beträgt bei der Inhalation im Mittel 30 % und bei der oralen Aufnahme 4–12 % (Bioverfügbarkeit). Bei letzterer Route vermindert die Leberpassage zusätzlich die Wirkung. Schließlich erreichen weniger als 1 % des verabreichten THC das Gehirn.(26) Danach wird THC teilweise unverändert wieder ausgeschieden, teilweise in der Leber über das psychoaktive Zwischenprodukt [tooltip tip=“11-Hydroxy-Delta-9-Tetrahydrocannabinol.“]THC-OH[/tooltip] zu inaktivem [tooltip tip=“11-Nor-9-carboxy-Delta-9-Tetrahydrocannabinol, nicht-psychoaktives Abbauprodukt von THC.“]THC-COOH[/tooltip] metabolisiert.(27)
Im Gegensatz zu der recht simplen, nahezu linearen Abbaukurve von Alkohol im Blut liegt bei THC ein komplizierterer zeitlicher Verlauf vor. Nachdem die THC-Konzentration im Blut bereits nach dem inhalativen Konsum einer kleinen Menge THC sprunghaft auf Werte bis über 100 Nanogramm pro Milliliter [tooltip tip=“Konzentrierte Blutprobe. Zur Erzeugung werden die festen Blutbestandteile (Zellen und Gerinnungsfaktoren) aus der Vollblutprobe durch Gerinnung entfernt.“]Blutserum[/tooltip] ansteigt, sinkt sie ebenso schnell wieder ab, verbleibt aber recht lange bei niedrigen Werten zwischen 1 und 10 ng/mL – insbesondere dann, wenn häufiger konsumiert wird (siehe → Grafik).(35,2830) Die THC-Konzentration in anderen Körperflüssigkeiten verhält sich nicht proportional zur THC-Konzentration im Blut, sondern folgt jeweils einem etwas anderen zeitlichen Verlauf.
Ursachen für das spezielle Abbauverhalten von THC
Dieses komplexe Abbauverhalten resultiert aus den Besonderheiten bei der Aufnahme und der Verteilung von THC:
  1. Bereits unmittelbar nach dem Konsum gelangt ein großer Teil des [tooltip tip=“Eigenschaft eines Stoffes sich (bevorzugt) in einer öligen Phase (Öl, Fettgewebe) anstatt in einer wässrigen Phase (Wasser, Blut) zu lösen. Beim „hydrophilen“ Alkohol ist es genau umgekehrt.“]lipophilen[/tooltip] Wirkstoffs THC über den Blutkreislauf in fetthaltige Körpergewebe (Fettgewebe, Haut) und wird dort eingelagert. Gleiches gilt auch für die nicht-psychoaktiven Abbauprodukte. Von diesen Geweben werden THC und seine Abbauprodukte über einen längeren Zeitraum in niedriger Konzentration, welche die → [tooltip tip=“Geistige und körperliche Fähigkeit ein Kraftfahrzeug zu führen, welche insbesondere durch psychoaktive Substanzen beeinträchtigt werden kann.“]Fahrtüchtigkeit[/tooltip] nicht beeinträchtigt, wieder ans Blut abgegeben („Hintergrundkonzentration“).(27,31) Hierbei scheint es auch eine Rolle zu spielen, ob in der Abstinenzphase Körperfett abgebaut wird, in dem das THC eingelagert war und so freigesetzt werden kann.
  2. THC und seine Abbauprodukte zirkulieren lange in einem enterohepatischen Kreislauf: Die Stoffe werden in der Leber nur teilweise abgebaut, der nicht abgebaute Anteil gelangt über die Leber zur Gallenblase, von dort hin in den Darm, wird wieder ins Blut resorbiert und gelangt dann erneut zur Leber.(32)
So kann aktives THC → im Blut noch über 30 Tage und → im Speichel bis zu acht Tage lang [tooltip tip=“Qualitativer Test, ob ein Stoff in einer Probe vorhanden ist. Liegt die Konzentration des Stoffes oberhalb des Cut-off-Wertes, ist der Nachweis positiv, darunter negativ.“]nachgewiesen[/tooltip] werden.(33,34) → Im Urin können die Abbauprodukte von THC drei bis über 30 Tage nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden.(35)
→ weiter über Dauer der Grenzwertüberschreitung lesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen