Internationaler Grenzwertvergleich

„Klarer Kopf. Klare Regeln!“ fordert aus Gründen der → Verhältnismäßigkeit einen wissenschaftsbasierten → versicherungsrelevanten Grenzwert in der Höhe von 3 [tooltip tip=“Nanogramm (THC) pro Milliliter Probenvolumen. Konzentrationseinheit für sehr geringe Konzentrationen (1 ng = 0,000.000.001 g).“]ng[/tooltip] [tooltip tip=“Delta-9-Tetrahydrocannabinol, psychoaktiver Hauptwirkstoff von Cannabis.“]THC[/tooltip] pro mL [tooltip tip=“Konzentrierte Blutprobe. Zur Erzeugung werden die festen Blutbestandteile (Zellen und Gerinnungsfaktoren) aus der Vollblutprobe durch Gerinnung entfernt.“]Blutserum[/tooltip] und einen → Toleranzgrenzwert, der bis zu 10 ng/mL betragen kann. Außerdem fordern wir die Abschaffung der Berücksichtigung des nicht-psychoaktiven Abbauprodukts → THC-COOH. Für eine bessere internationale Vergleichbarkeit fordern wir darüber hinaus die Einführung des → [tooltip tip=“Blutprobe mit allen ursprünglichen Blutbestandteilen.“]Vollblut[/tooltip]-Systems auch in Deutschland, woraus sich 1,5 als versicherungsrelevanter und bis zu 5 ng THC im mL Vollblut als Toleranzgrenzwert ergeben würden.
Doch wie handhaben es andere Länder, die bereits wissenschaftsbasierte Grenzwerte oder zumindest analytische [tooltip tip=“Qualitativer Test, ob ein Stoff in einer Probe vorhanden ist. Liegt die Konzentration des Stoffes oberhalb des Cut-off-Wertes, ist der Nachweis positiv, darunter negativ.“]Nachweis[/tooltip]grenzen mit deutlich höheren [tooltip tip=“Vom forensischen Laboratorium festgelegte Konzentration, bei deren Überschreitung das Testergebnis als positiv angesehen wird, da es mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig-positiv ist. Der Cut-off-Wert liegt oberhalb der Nachweisgrenze des Testverfahrens und stellt eine technische Grenze dar, während ein „Grenzwert“ eine per Gesetz definierte Grenze ist.“]Cut-offs[/tooltip] eingeführt haben? Alle folgenden Angaben sind der besseren Vergleichbarkeit wegen Konzentrationen im Blutserum und wurden dafür (bis auf den Wert von Luxemburg) mit dem → Faktor 2,0 aus den in den Quellen angegebenen Vollblutwerten umgerechnet. In einzelnen Ländern wurden die Werte nicht per Gesetz definiert, sondern werden nur von den forensischen Laboratorien als Cut-offs genutzt. Auch muss beachtet werden, dass die Grenzwerte mit der Zeit geändert werden können (hier Stand 2017).(47,5357)
Niedrige Werte: 2 ng
In sieben Ländern wurde ein Grenzwert von 2 ng/mL eingeführt: Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Luxemburg und Pennsylvania (USA).
Mittlere Werte: bis 6 ng
In der Mehrzahl der Länder wurden 4 bis 6 ng/mL eingeführt: Großbritannien, Polen, Schweiz (3 ng/mL + 30 %), Tschechien, Nevada und Ohio (jeweils USA) mit 4 ng/mL, sowie Niederlande und Portugal mit 6 ng/mL.
Hohe Werte: bis 18 ng
Die höchsten Grenzwerte wurden mit 10 ng/mL in den US-Bundesstaaten Colorado, Washington, Maine und Montana eingeführt. Einen Sonderfall nehmen Kanada und Norwegen ein. In Kanada wurden 4 ng/mL als unterer und 10 ng/mL als oberer Grenzwert eingeführt, deren Überschreitung jeweils unterschiedlich geahndet wird. Norwegen ging sogar noch weiter und führte im Jahr 2012 neben einem unteren (2,6 ng/mL) und einem oberen (6 ng/mL) einen weiteren Wert ein, der dort wie die Überschreitung einer Blutalkoholkonzentration von 1,2 Promille geahndet wird. Dieser liegt bei 18 ng THC pro mL Blutserum!(56)  
Unsere Grenzwertforderungen von 3 und bis zu 10 ng THC pro mL Blutserum fallen im internationalen Vergleich demnach nicht aus der Reihe und orientieren sich an dem Cannabis-politisch fortschrittlichen Kanada. Aber auch an Norwegen könnte sich Deutschland ein Beispiel nehmen. Dort wurden echte wissenschaftsbasierte Grenzwerte mit Hilfe eines Expertengremiums nicht nur für THC, sondern auch für sämtliche andere psychoaktive Substanzen eingeführt. Für fast jede Substanz gibt es mehrere Grenzwerte (differenzierte Sanktionsstufen), welche, entsprechend dem aktuellen Stand der Wissenschaft, fortlaufend aktualisiert werden.(47,56)

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