Christian Neuendorf – diverse Kontrollen und fragwürdige Maßnahmen



2013 hatte ich mich leider Zuhause ausgeschlossen, hatte aber glücklicherweise den Schlüssel meiner Lebensgefährtin dabei, die allerdings in einer anderen Stadt wohnte. Ungefähr um halb eins nachts, ich hatte mich gerade auf den Weg gemacht, wurde ich von der Polizei angehalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich 5 oder 6 Tage nicht konsumiert.
Die Beamten sprachen mich direkt auf Betäubungsmittel an, was ich verneinte. Dann wurde ich um eine Urinprobe gebeten. Ich erklärte der Polizei, dass ich mich versehentlich ausgesperrt habe und direkt vor Fahrtantritt noch in ein Gebüsch uriniert hatte und somit nun nicht urinieren könne.
Daraufhin wurde mir die Weiterfahrt untersagt und ich musste mitten in der Nacht mit auf das Polizeirevier. Einen Romberg-Test musste ich allerdings vorher auch machen. Ich war im absoluten Vollbesitz meiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten, dennoch ist dieser Test unvorbereitet nicht zu bestehen. Ich empfand das als reine Schikane!! Auf dem Revier angekommen konnte ich immer noch nicht urinieren. Also wurde mir ein Becher Wasser nach dem anderen gereicht, da die beiden Beamten sicher waren, dass ich Cannabis konsumiert hatte. Einer der beiden Beamten stellte sich sogar an die WC Spülung und betätigte diese immer wieder in der Hoffnung, dass ich danach urinieren kann.
Der Druck durch die Beamten wurde größer. Sie sagten mir, dass ich es ruhig zugeben könne und dass sie auch gerne einen Arzt für eine Blutentnahme hinzuziehen könnten. Irgendwann konnte ich dann aber wieder urinieren. Die Beamten schauten allerdings sehr verwundert, als meine Urinprobe negativ ausfiel.
Nun war es mittlerweile kurz vor 3 Uhr morgens und ich durfte endlich gehen. Mitten in der Nacht musste ich 20 Minuten Fußweg bis zur Tankstelle zurücklegen, wo einer der beiden Polizisten mein Auto geparkt hatte.
Doch das war nicht meine letzte Begegnung mit der Polizei.
2014 war ich auf dem Weg ins Sonnenstudio und kam in eine Verkehrskontrolle. Zu diesem Zeitpunkt lag mein letzter Konsum ungefähr 30 Stunden zurück. Auch hier wurde ich direkt auf Betäubungsmittel angesprochen, was ich verneinte. Die Polizisten forderten sogar noch einen weiteren Polizisten an.
Nun stand ich mit drei Polizisten auf der Straße. Schon wieder der Romberg-Test und wieder nicht bestanden. Angeblich hätte auch eines meiner Augenlider geflackert, was für die Beamten ein Zeichen für den Konsum von Cannabis war.
Die drei übten Druck aus und ich musste mit einem der Beamten in ein Gebüsch etwas abseits der Straße verschwinden, um dort zu urinieren.
Nachdem der Urintest THC-positiv war, wurde ich mit auf die Wache genommen, um vom Amtsarzt Blut abgenommen zu bekommen. Vor dieser Blutentnahme sollte ich erneut den Romberg-Test absolvieren. Der Arzt war überaus freundlich und sagte sogar in Anwesenheit der Beamten, dass ich keine Auffälligkeiten zeigen würde und fragte, warum man mich überhaupt angehalten hat.
Hier sieht man ganz deutlich, dass ich anscheinend in ein gewisses Raster zu passen scheine. Nach der Blutentnahme, bei der ein aktiver Wert von 2,2 ng THC festgestellt wurde, wurde ich noch mindestens 20 Minuten über meinen Konsum ausgefragt, über den ich allerdings kein Wort sagte.
Ein paar Wochen später bekam ich dann Post von meinem Landkreis: vier Punkte in Flensburg, ein Monat Fahrverbot und 500 Euro Geldstrafe.
Eine harte Bestrafung dafür, dass ich nüchtern war und nun wegen einer Trunkenheitsfahrt bestraft werden sollte, die nie stattgefunden hat. Aber was solls, ich nahm die Strafe in Kauf und dachte, das Thema wäre vom Tisch – doch dann erhielt ich nach ungefähr 5 Monaten Post von der Führerscheinstelle. In diesem Schreiben teilte man mir mit, dass es aufgrund meiner Blutwerte generelle Zweifel an meiner Fahrtauglichkeit gäbe. Mir wurde dann ein ärztliches Gutachten auferlegt, welches ich natürlich auch selber zahlen musste. Mit allem Drum und Dran war ich so also nochmal knapp 500 € ärmer.
Aufgrund des einmonatigen Verlustes meiner Fahrerlaubnis musste ich privat sowie arbeitstechnisch unglaubliche Einbußen über mich ergehen lassen. Und das nur aufgrund einer völlig veralteten deutschen Rechtslage. Nachdem ich mein ärztliches Gutachten bei der Führerscheinstelle vorzeigte, durfte ich meinen Führerschein behalten.
Allerdings ist auch hier noch kein Ende des Spuks in Sicht: Seit diesem Zwischenfall werde ich regelmäßig bei der erstbesten Gelegenheit von der örtlichen Polizei aus dem Verkehr gezogen. Einmal folgten die Beamten mir sogar mit dem Auto bis vor meine Haustür! Ich habe allein 2016 fünf oder sechs Mal Urinproben im Straßenverkehr abgegeben. Da ich jedoch meinen Konsum komplett eingestellt habe, konnte man mir nichts mehr nachweisen.